| 2003 - 2006 "RÖNTGENPORTRAIT" |
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Röntgenportrait Die Interaktion technischer und kultureller Bilder und ihre Wahrnehmung bilden den Rahmen für Röntgenportrait. Man kann sich beispielsweise fragen, was Röntgenbilder außerhalb ihrer medizinischen Relevanz bedeuten sein können – so lassen sich Aussagen über die conditio humana treffen. Man verbindet mit Röntgenfotografien bildhafte Assoziationen, Krankheitserfahrungen und Todesvorstellungen. Das liegt nicht allein am naturwissenschaftlich-medizinischen Nutzen dieser Aufzeichnungstechnik. Abgebildete Menschenknochen – und hier vor allem die des Schädels – gelten in vielen Kulturen seit langem als Sinn-Bilder, als Emblemata ohne Text, als memento mori. Aber steht nicht vielleicht doch die Wirklichkeit der technischen Bilder quer zu den alten Ikonografien? (Bitte lesen Sie unten weiter)
Röntgenportrait | X-Ray-Portrait 01 C-Print, 50x70 cm , Ed.5
Röntgenportrait | X-Ray-Portrait 02 C-Print, 50x70 cm , Ed.5
Röntgenportrait | X-Ray-Portrait 03 C-Print, 50x70 cm , Ed.5
Röntgenportrait | X-Ray-Portrait 04 C-Print, 50x70 cm , Ed.5
Röntgenportrait | X-Ray-Portrait 05 C-Print, 50x70 cm , Ed.5
Röntgenportrait | X-Ray-Portrait 06 C-Print, 50x70 cm , Ed.5
Röntgenportrait | X-Ray-Portrait 07 C-Print, 50x70 cm , Ed.5
Röntgenportrait | X-Ray-Portrait 08 C-Print, 50x70 cm , Ed.5
C-Print, 50x70 cm , Ed.5
Röntgenportrait | X-Ray-Portrait 10 C-Print, 50x70 cm , Ed.5
Röntgenportrait | X-Ray-Portrait 11 C-Print, 50x70 cm , Ed.5
Röntgenportrait | X-Ray-Portrait 12 C-Print, 50x70 cm , Ed.5
Röntgenportrait | X-Ray-Portrait 13
Röntgenportrait | X-Ray-Portrait 14
Röntgenportrait | X-Ray-Portrait 15
Das zugrundeliegende Material ist der Restbestand des Archives des sowjetischen Militärlazarettes in Dresden-Hellerau, welches nach dem Krieg im ehemaligen Festspielhaus - erbaut von H.Tessenow, das Festspielhaus avancierte früh zu einem Richtpunkt für die Architektur der Moderne - untergebracht war. Diese Röntgenaufnahmen weisen nicht nur den typischen abstrakten Knochenausdruck auf, der Betrachter nimmt auch gesichtsähnliche Züge wahr. Ob sich dies der Art der Röntgenapparatur und der Stärke der Strahlung verdankt, bleibt ungewiß. Die Analyse der Aufnahmen durch Radiologen konnte dazu keine Klärung bringen. Zu der Eigentümlichkeit des „Gesichtsartigen“ dieser Aufnahmen kommen die Praktiken beim Röntgen: für Nasenhöhlen- oder Kieferaufnahmen müssen die Patienten den Kopf in eine bestimmte Richtung neigen und bisweilen den Mund öffnen bzw. auf ein mit einer Flüssigkeit getränktes Kissen beißen. Diese Verstärkung des Ausdruckes auf der Bildebene führt zur Verunsicherung der Interpretation: zeigen die vorliegenden Röntgenaufnahmen geöffnete Münder, also Schreie, handelt es sich um Folterungen? Die Palette der Interpretationen dieser Aufnahmen balancierte immer am Gerüst eines „Unheimlichen“, und darin zeigt sich die Ungewissheit des Betrachters anhand einer Bildgebung ohne räumliche Orientierung. Röntgenaufnahmen empfehlen keinen Raum, in dem ein Körperteil lokalisierbar wäre, der Entzug der räumlichen Analogie läßt auch die zeitliche Dimension im Unbestimmten. Zu den Kopfaufnahmen wurden für die Installation Handaufnahmen ausgewählt, die in ihrer Gestik Bezüge zur christlichen Ikonographie aufweisen. Der Ausdruck Röntgenportrait wurde für diese Installation gebildet um den Begriff des Portraits zu erweitern und um auf die spezifische Ausdrucksweise der „Hellerauer Aufnahmen“ hinzuweisen. Portrait of this mortal coil ist eine Installation von 150 x 200 cm großen Tafelbildern im Festspielhaussaal. James Welburn schrieb für die Installation den Sound Hellerau. 2005 erschien die Publikation Röntgenportrait, in welcher Fragen zu Portrait, Identität und dem Zusammenwirken von Röntgen, Kunst und Alltag behandelt werden. Insgesamt gibt es 35 Röntgenportraits. Das Ausgangsmaterial wurde vorsichtig digital bearbeitet. Die Installation im Festspielhaus Hellerau umfasste 10 Röntgenportraits a 150 x 200 cm. The interaction of technical and cultural images and the perception constitutes the setting per X-Ray-Portrait. The question could be, what may X-Ray-Portrait stand for beyond the medical setting – for instance statements about the conditio humana.
Installation "Portrait of this mortal coil"
zu Röntgenskulptur
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